Niddatal – Gemeinsame Jahreshauptversammlung 2026

Die Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Niddatal haben am 10. April ihre gemeinsame Jahreshauptversammlung im Bürgerhaus Ilbenstadt abgehalten. Stadtbrandinspektor Alexander Merkelbach eröffnete die Versammlung, stellte die fristgerechte Einladung fest und begrüßte unter anderem Bürgermeister Michael Hahn sowie Kreisbrandmeister Leon Gierhardt. Nach der Totenehrung wurde die Tagesordnung einstimmig beschlossen.

In seinem Jahresbericht ging Merkelbach auf ein insgesamt forderndes Jahr 2025 ein. Besonders zwei Großbrände in Assenheim und Ilbenstadt sowie mehrere Verkehrsunfälle haben die Einsatzkräfte stark gefordert. „Gerade Einsätze mit verletzten oder getöteten Personen stellen für alle Beteiligten eine besondere Belastung dar“, machte er deutlich. Gleichzeitig betonte er, dass sich das gute Ausbildungsniveau in der professionellen Abarbeitung der Einsätze widerspiegele.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 55 Einsätze verzeichnet, darunter 20 Brandeinsätze und 30 Hilfeleistungen. Die derzeit 120 Mitglieder in den Einsatzabteilungen, davon 22 Frauen, leisteten dabei 309 Einsatzstunden, was rund 1.656 Personalstunden entspricht. Darüber hinaus wurden 1.989 Stunden in Lehrgänge und Seminare investiert sowie 5.920 Stunden auf Standortebene ausgebildet. Hinzu kommen 640 Stunden Kinder- und Jugendarbeit sowie 288 Stunden für Brandschutzerziehung und Aufklärung. Das Team der Brandschutzerziehung war unter anderem in Grundschulen und Kindergärten im Einsatz.

Positiv hob Merkelbach die strukturellen Entwicklungen innerhalb der Feuerwehr hervor. Die Bildung von Fachgruppen habe sich bewährt und unterstütze die Einsatzabteilungen mit spezialisiertem Wissen. Sein Dank galt allen Kameradinnen und Kameraden, die sich hier zusätzlich engagieren.

Ein besonderer Schwerpunkt bleibt die Nachwuchsarbeit. Die Kinderfeuerwehr zählte zum Jahresende 61 Mitglieder, acht Kinder wechselten im Laufe des Jahres in die Jugendfeuerwehr. Insgesamt sind derzeit 76 Jugendliche aktiv. Merkelbach dankte ausdrücklich den Jugendwarten und Betreuern für ihr Engagement.

Auch die Investitionen in die Ausstattung wurden thematisiert. Seit 2019 hat die Stadt Niddatal rund 1,49 Millionen Euro in den Fuhrpark investiert. Zuletzt wurde ein neues Staffellöschfahrzeug für den Standort Ilbenstadt in Dienst gestellt. Für die kommenden Jahre sind unter anderem die Beschaffung eines Einsatzleitwagens sowie weitere Fahrzeugersatzbeschaffungen geplant. Zudem sollen digitale Dienstausweise, ein einheitliches Kommunikationssystem und ein modernes Erscheinungsbild der Feuerwehr umgesetzt werden.

Aus der Jugendfeuerwehr berichtete die stellvertretende Stadtjugendfeuerwehrwartin Stephanie Mandel über die Aktivitäten des vergangenen Jahres, darunter eine Gemeinschaftsübung in Bönstadt sowie das Projekt „24 Stunden Berufsfeuerwehr“. Im Anschluss wurde Dominik Neeb einstimmig zum Stadtjugendfeuerwehrwart gewählt. Mandel wurde ebenfalls einstimmig als Stellvertreterin bestätigt.

Die Ehren- und Altersabteilung umfasst derzeit 59 Mitglieder. Sprecher Karl-Heinrich Jäger blickte auf ein gemeinsames Treffen zurück und verwies auf bevorstehende Jubiläen in Bönstadt und Kaichen, zu denen die Abteilung eingeladen ist.

Ein zentraler Bestandteil der Versammlung waren die Ehrungen und Beförderungen. Die Goldene Ehrennadel des Landes Hessen erhielten Hans Klein und Franz Peter Siegel. Norbert Schultes wurde mit dem Ehrenzeichen des Bezirksfeuerwehrverbandes Hessen-Darmstadt in Gold am Bande ausgezeichnet. Die Florian-Medaille der Jugendfeuerwehr Hessen in Bronze wurde Dominik Neeb verliehen.

Bei den Feuerwehrleistungsabzeichen wurden Janine Kirchner und Julia Klein (Eisen), David Donndorf (Bronze), Madita Einhoff und Dylan Merkelbach (Gold) sowie Simon Schulmeier und Tobias Stagel (Gold 5) ausgezeichnet.

Für langjährigen Dienst erhielten folgende Mitglieder die Anerkennungsprämie des Landes Hessen:

für 10 Jahre Alexander Hantl, Marcel Jonientz, Christina Kallinger, Simon Schulmeier, Tobias Stagel, Tobias Wagner und Marc Werner;

für 20 Jahre Matthias Jung, Melanie Jung und Stephanie Mandel;

für 30 Jahre Reimund Schultes;

für 40 Jahre Klaus Merz.

Befördert wurden Tamara Bedacht und Silke Merz zur Löschmeisterin, Sascha Dimmer und Jürgen Leps zum Oberlöschmeister sowie Tom Beckmann, Erland Frech, Martin Georgi, Boris Gorka und Daniel Keseberg zum Brandmeister.

Kreisbrandmeister Leon Gierhardt überbrachte die Grüße des Kreisbrandinspektors und informierte über aktuelle Entwicklungen auf Kreisebene. Dazu zählen steigende Lehrgangszahlen, neue Ausbildungskonzepte sowie die Bildung überörtlicher Einheiten, etwa für Wald- und Vegetationsbrände.

Bürgermeister Michael Hahn dankte allen Einsatzkräften für ihr Engagement und die geleistete Arbeit. Mit Blick auf die Zukunft verwies er auf die geplante interkommunale Beschaffung eines Einsatzleitwagens sowie den Neubau eines gemeinsamen Feuerwehrhauses für die Stadtteile Assenheim und Ilbenstadt.

Unter dem Punkt „Verschiedenes“ wurden Otto König und Kurt Schmidberger für ihr langjähriges Engagement in der Brandschutzerziehung gewürdigt. Aufgrund von Vorgaben der Altersgrenze können sie diese Tätigkeit künftig nicht mehr ausüben.