Am vergangenen Freitag, den 28. März 2025, kamen die Mitglieder der Niddataler Feuerwehren im Bürgerhaus Bönstadt zur gemeinsamen Jahreshauptversammlung zusammen. Stadtbrandinspektor Alexander Merkelbach eröffnete die Sitzung und begrüßte neben den zahlreich erschienenen Kameradinnen und Kameraden auch Stadtverordnetenvorsteher Florian Porth, ersten Stadtrat Kurt Meisinger, Bürgermeister Michael Hahn und Kreisbrandmeister Matthias Meffert.Insgesamt 35 Einsätze forderten die Einsatzkräfte, wobei vor allem Hilfeleistungen wie Türöffnungen und Unwettereinsätze immer häufiger vorkommen. Ein besonderer Einsatz führte die Niddataler Feuerwehr sogar über die Kreisgrenzen hinaus – bei einem schweren Unwetter unterstützten sie die Kameraden in Oberursel.
Die Mitgliederzahlen der Einsatzabteilung zeigen eine erfreuliche Entwicklung: Zum Jahresende 2024 waren 128 aktive Feuerwehrleute im Dienst – fünf mehr als im Vorjahr. Besonders stolz zeigte sich Merkelbach über die Arbeit des Brandschutzerziehungsteams, das mit 183 Personalstunden einen wichtigen Beitrag zur Prävention leistete. Dass sich der Nachwuchs für die Feuerwehr begeistert, beweisen die 53 Kinder in den Kindergruppen. Noch beeindruckender: 16 Kinder wechselten in die Jugendfeuerwehr, ein entscheidender Schritt in die weitere Laufbahn.
Doch mit steigender Verantwortung wächst auch der Bedarf an Unterstützung. Pamela Klein, Leiterin des Brandschutzerziehungsteams, brauche dringend weitere Helfer, um die stetig wachsenden Anforderungen bewältigen zu können.
Neben den alltäglichen Einsätzen und der Nachwuchsarbeit standen 2024 auch strategische Weichenstellungen im Fokus. Eine groß angelegte Alarmübung mit dem Stichwort „H Klemm 1Y: Ausgelöster eCall ohne Patientenkontakt“ wurde von der Führungsgruppe ausgearbeitet und erfolgreich durchgeführt. Zudem trafen sich die Feuerwehrleute zu einem Zukunftsworkshop unter der Leitung von Martin Lutz von der FeuerwehrAgentur. Das Ergebnis: Es wurden konkrete Aufgabenpakete geschnürt, die bereits erste Früchte tragen. So wurden neue Dienstanweisungen formuliert und Fachgruppen für Bereiche wie Ausbildung und Atemschutz ins Leben gerufen.
Besonders wichtig sei auch die Unterstützung durch die Angehörigen der Einsatzkräfte, die mit viel Verständnis und Rückhalt dazu beitragen, dass die Feuerwehr immer einsatzbereit ist, betonte Merkelbach.
Dass die Feuerwehr Niddatal auch in Zukunft auf engagierte Mitglieder setzen kann, zeigte der Bericht von Stadtjugendfeuerwehrwart Julian Reichhold. Die Jugendfeuerwehr wuchs 2024 um 18 Mitglieder auf nunmehr 82 Jugendliche an. Einige von ihnen absolvierten erfolgreich die Leistungsspange, die höchste Auszeichnung in der Jugendfeuerwehr – ein echter Meilenstein.
Neben Wettkämpfen und Übungen kam auch der Spaß nicht zu kurz: Ein gemeinsamer Ausflug in den Movie Park war für die Jugendlichen ein echtes Highlight. Ebenso erfolgreich verlief die Jahresabschlussübung an einer landwirtschaftlichen Halle in Ilbenstadt.
Doch die gute Nachricht wurde von einer weniger erfreulichen überschattet: Reichhold gab seinen Rücktritt aus privaten Gründen bekannt. Eine Neubesetzung konnte am Abend nicht gefunden werden. Somit übernimmt seine Stellvertreterin Stephanie Mandel kommissarisch die Leitung.
Dass Feuerwehr mehr ist als nur Einsätze und Ausbildung, zeigte der Bericht von Karl Heinrich Jäger über die Ehren- und Altersabteilung. Mit 58 Mitgliedern ist diese Gemeinschaft eine feste Größe in Niddatal. Das vergangene Jahr wurde mit einem geselligen Treffen in Ilbenstadt gefeiert, bei dem neben guten Gesprächen auch kulinarische Genüsse nicht zu kurz kamen.
Ein wichtiger Höhepunkt des Abends waren die Ehrungen und Beförderungen. Kreisbrandmeister Matthias Meffert nutzte die Gelegenheit, um auf die Entwicklungen einzugehen. Während vielerorts die Einsatzzahlen steigen, zeigt sich in Niddatal ein gegenläufiger Trend. Besonders oft mussten die Feuerwehrleute im Kreisgebiet zu Einsätzen mit den Stichworten „eCall“ und „ausgelöste Rauchwarnmelder“ ausrücken.
Für ihre langjährige Mitgliedschaft wurden Steffen Harendza, Lukas Kretz, Silke Merz und Julian Reichhold mit dem Ehrenzeichen des Bezirksfeuerwehrverbandes Darmstadt in Silber ausgezeichnet. In der Stufe Gold erhielten Karl Otto Ebert und Erhard Reiter diese besondere Ehrung. Noch höher wurde das Engagement von Gottfried Haas und Klaus Heupel gewürdigt, die das Ehrenzeichen in Gold am Band verliehen bekamen.
Auch die Jugendarbeit wurde an diesem Abend besonders geehrt. Stephanie Mandel erhielt die Florian-Medaille der Jugendfeuerwehr Hessen in Silber für ihren unermüdlichen Einsatz. In der Kinderfeuerwehr wurden Madita Einhoff und Silke Merz mit der Medaille in Bronze ausgezeichnet, während Celina Denzer, Nadine Dutz, Melanie Jung, Kim-Leonie Müller und Irmgard Neeb die Auszeichnung in Silber erhielten. Pamela Klein wurde für ihr herausragendes Engagement mit der Kinderfeuerwehr-Medaille in Gold geehrt.
Neben den Ehrungen für besondere Verdienste wurden auch die Feuerwehrleistungsabzeichen in verschiedenen Stufen verliehen. David Donndorf und Jannik Klein erhielten das Abzeichen in Eisen, Madita Einhoff und Dylan Merkelbach in Silber. Simon Schulmeier und Tobias Stagel durften das goldene Leistungsabzeichen entgegennehmen, während Daniel Kratzer mit der Stufe Gold 10 für seine Leistung ausgezeichnet wurde.
Befördert wurden an diesem Abend ebenfalls einige Kameraden. Sascha Dimmer und Jürgen Leps wurden zum Löschmeister ernannt, während Tom Beckmann den Dienstgrad des Oberlöschmeisters trägt. In den Rang des Hauptlöschmeisters wurden Jan Ehlert, Martin Georgi, Boris Gorka und Daniel Keseberg befördert.
Auch langjährige Treue zur Feuerwehr wurde gebührend gewürdigt. Für zehn Jahre aktiven Dienst erhielt Christian Schweitzer eine Anerkennungsprämie des Landes Hessen. Jochen Königshof und Patrick Dauth wurden für zwanzig Jahre geehrt, Manuela Denzer und Thomas Denzer für dreißig Jahre treuen Dienst. Ein besonderes Jubiläum feierten Otto König, Erwin Loscher und Kurt Schmidberger, die seit beeindruckenden fünfzig Jahren der Feuerwehr die Treue halten und dafür eine besondere Anerkennung erhielten.
Die Geehrten nahmen ihre Auszeichnungen unter Applaus entgegen, und es wurde einmal mehr deutlich, dass die Feuerwehr Niddatal nicht nur auf eine starke Gegenwart, sondern auch auf eine traditionsreiche Vergangenheit und eine vielversprechende Zukunft blicken kann.
Zum Abschluss der Versammlung ergriff Bürgermeister Michael Hahn das Wort. Er dankte den Feuerwehrleuten für ihren unermüdlichen Einsatz und sprach über anstehende Projekte. Ein Großprojekt steht bereits fest: der Neubau eines gemeinsamen Feuerwehrgerätehauses für die Wehren Assenheim und Ilbenstadt. Die weiteren Planungen sollen beginnen, sobald die Stadtverwaltung im Juni nach Ilbenstadt umgezogen ist.
Darüber hinaus warf Hahn einen Blick auf kommende Jubiläen: Die Feuerwehr Bönstadt feiert 2026 ihr Bestehen, Kaichen folgt 2027. Ein weiteres bedeutendes Vorhaben ist die Beschaffung eines neuen Staffellöschfahrzeugs, das Anfang 2026 erwartet wird.